Stillen & Ernährung: Welche Lebensmittel regen den Milchfluss an und auf welche sollte ich lieber verzichten?

Stillen & Ernährung: Welche Lebensmittel regen den Milchfluss an und auf welche sollte ich lieber verzichten?

Rohmilchkäse, Salami oder Sushi – die Liste an verbotenen Lebensmitteln in der Schwangerschaft ist lang. Aber wie sieht es eigentlich beim Stillen aus? Welche Lebensmittel darf ich essen bzw. regen bestenfalls den Milchfluss an und auf welche sollte ich in der Stillzeit lieber vorübergehend verzichten?

 

Eine drastische Nahrungsreduktion während des Stillens? Keine gute Idee!


Fakt ist: Stillen bzw. die Produktion der Muttermilch verlangen dem weiblichen Körper einiges an Kraft und Energie ab - was erklärt, warum man während der Stillzeit mehr Hunger hat als üblicherweise, vielleicht sogar mehr Hunger als in der Schwangerschaft. Der tägliche Kalorienverbrauch einer stillenden Mutter liegt im Schnitt bei 600 Kalorien pro Tag! Das begründet sich zum einen in der Milchproduktion und zum anderen in der Umstellung des Tag-/Nachtrhythmus. Fasten oder eine drastische Nahrungsreduktion sind zu diesem Zeitpunkt also gar keine gute Idee. Noch dazu würde ein plötzlicher Gewichtsverlust der Mutter bedeuten, dass Giftstoffe aus dem Körper gelöst würden, die damit auch in die Muttermilch gelangen und schädlich für das Baby sein können. Wer die Kalorienzufuhr reduzieren möchte, sollte dies langsam tun. In erster Linie ist aber sowohl für die Mutter als auch für das Kind eine ausgewogene Ernährung wichtig! Viel frisches Obst und Gemüse, vollwertige Getreideprodukte und natürlich viel Flüssigkeit. Gegen eine vegane Ernährung spricht soweit nichts, wichtige Vitamine und Mineralien für die Stillzeit sind ähnlich wie in der Schwangerschaft: Calcium, Vitamin D, Eisen, Folsäure und Jod, sowie ungesättigte Fettsäuren.

 

Sollten Zitrusfrüchte in der Stillzeit vom Speiseplan gestrichen werden?


Oft wird von Hülsenfrüchten, bestimmte Kohlarten, Brokkoli, Zwiebeln und Knoblauch und scharfen Gewürzen abgeraten, da diese Lebensmittel beim Baby Blähungen erzeugen können. Bestimmte Obstsorten, in erster Linie Zitrusfrüchte, stehen zudem unter Verdacht, durch ihren hohen Gehalt an Fruchtsäure, allergische Reaktionen oder einen wunden Po bei Babys auszulösen. Letzten Endes reagiert natürlich jedes Baby individuell und als Mama sollte man auf das eigene Gefühl hören, heißt: Erstmal essen, was einem schmeckt, dann eventuelle Reaktionen des Kindes beobachten und den Speiseplan wenn nötig anpassen. Grundsätzlich gilt: Dass ein Kind über die Muttermilch mit verschiedenen Stoffen in Berührung kommt, trainiert sein Immunsystem und schützt damit auch bis zu einem gewissen Grad vor späteren Allergien.


Und was sollte ich in der Stillzeit unbedingt in meinen Speiseplan integrieren? Da man für die Milchbildung mehr Eiweiß als sonst benötigt, bieten sich proteinhaltige Lebensmittel, beispielsweise Milchprodukte an. Ein beliebter Energielieferant sind außerdem Nüsse: vor allem Mandeln steigern die Milchproduktion. Auch in Stilltees erhaltene Kräuter und Gewürze wie Anis, Fenchelsamen, Koriander und Brenessel werden eine milchfördernde Wirkungsweise nachgesagt.

Wieviel Koffein ist erlaubt, wenn man stillt?

 

Dass auf Alkohol und Nikotin vollständig verzichtet werden sollte, ist weitreichend bekannt. Die Leber eines Babys ist mit dem Abbau von Alkohol schlichtweg überfordert und Rauchen schadet der Qualität der Muttermilch. Sollte es allerdings doch mal ein Gläschen Wein werden, dann sollte eine Stillpause von mindestens zwei Stunden eingelegt werden. Auch die Einnahme von Medikamenten in der Stillzeit sollte am besten einmal mit Ärzten bzw. der Hebamme abgeklärt werden.

 

Aber wie sieht es eigentlich mit Kaffee aus? Wie viel ist erlaubt? Da Koffein und Teein direkt in die Muttermilch gelangen und der Körper eines Babys diese Stoffe noch langsamer abbauen kann, sollten Kaffee, Cola & Tee in der Stillzeit in Maßen konsumiert werden. Gegen zwei oder drei Tassen Kaffee am Tag ist nichts einzuwenden. Die Richtlinie liegt bei 200 bis 300mg Koffein – man sollte dabei allerdings bedenken, dass auch Lebensmittel wie Schokolade Koffein enthalten. Zu viel Koffein kann beim Kind zu Schlafproblemen führen.

 

Die Forschung von Muttermilch ist noch lange nicht abgeschlossen, so wird in aktuellen Studien zum Beispiel untersucht, welche Auswirkungen, die Lebensmittel, die eine Mutter in der Stillzeit zu sich nimmt, auf die spätere Prägung eines Kindes in Hinblick auf den Geschmackssinn, sowie eine gesunde Ernährungsweise haben.

 

Auch, wenn Muttermilch noch nicht komplett erforscht ist und es immer wieder neue überraschende Erkenntnisse gibt, wissen wir auf der anderen Seite auch schon eine ganze Menge über das "flüßige Gold". Du möchtest gerne mehr darüber erfahren, warum Stillen so gut für dein Kind ist? Dann ist dieser Blog Beitrag über die Vorteile von Muttermilch genau das Richtige für dich!

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